Häufige Fragen
Allgemeines
Bei der Deponie Feldreben handelt es sich um eine ehemalige Kiesgrube. Diese wurde zwischen ca. 1930 und 1967 von Baufirmen, Gewerbe aus der Region und der Gemeinde Muttenz mehrheitlich mit Siedlungsabfällen aufgefüllt. Bis 1957 wurden zudem auch Abfälle aus der chemischen Industrie abgelagert. Das entsprach den damaligen rechtlichen Vorgaben.
Experten schätzen den Anteil der Produktionsrückstände der chemisch-pharmazeutischen Industrie auf 1-2 % des Gesamtvolumens, das zu einem wesentlichen Teil aus abgelagerten Siedlungsabfällen besteht.
Das Amt für Umweltschutz und Energie des Kantons Basel-Landschaft (AUE BL) ist die für die Sanierung zuständige Aufsichtsbehörde. 2016 hat das AUE BL eine Sanierungsverfügung mit Zielen, Fristen und Vorgaben erlassen. Ziel ist es, schädliche Einwirkungen dauerhaft zu beseitigen und sicherzustellen, dass Verunreinigungen im Grundwasser so weit beseitigt werden, dass die Sanierungsziele jederzeit und dauerhaft eingehalten werden.
Die Deponie ist heute fast vollständig mit Bauten, Fahr- und Parkflächen versiegelt.
Projektorganisation
Alle ermittelbaren Verursacher sind in die Planung und Umsetzung involviert und übernehmen Verantwortung für die Sanierung. Weitere Informationen zu den Vereinbarungspartnern
Die Sanierung basiert auf einer langjährigen, sorgfältigen Planung zusammen mit Behörden, Fachleuten und der Standortgemeinde Muttenz.
Die Kooperationsvereinbarung III, die 2023 von allen Beteiligten unterzeichnet wurde, regelt die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit, die Kostentragung unter den Vereinbarungspartnern sowie die Ausgestaltung der Projektorganisation und die Grundlagen der Projektsteuerung.
Das Amt für Umweltschutz und Energie Basel-Landschaft ist die Aufsichtsbehörde. Sie ist nicht Bestandteil der Projektorganisation.
Die Sanierung der Deponie Feldreben wird vom Konsortium Sanierung Deponie Feldreben getragen. Die Projektorganisation stellt sicher, dass strategische Verantwortung, operative Umsetzung und fachliche Begleitung klar geregelt sind.
Die Konsortialversammlung ist ein Zusammenschluss der Vereinbarungspartner. Sie legt die strategischen Ziele fest und überwacht, ob das Sanierungsprojekt inhaltlich, finanziell und zeitlich richtig umgesetzt wird. Den Vorsitz hat das mit der Sanierung betraute Hochbauamt des Kantons Basel-Landschaft inne.
Für die operative Umsetzung ist die Gesamtprojektleitung zuständig. Sie wird dabei von Fachspezialistinnen und -spezialisten unterstützt. Eine technische Begleitgruppe mit Expertinnen und Experten der Konsortialmitglieder berät die Projektleitung insbesondere im Bereich von Altlastensanierungen.
Haben Sie eine Frage oder ein Anliegen? Wir sind gerne für Sie da: Kontakte
Ablauf der Sanierung
Der erste Schritt war der Rückbau aller oberirdischen Gebäude, damit der gesamte Sanierungsperimeter zugänglich ist. Dieser Rückbau wurde 2024 abgeschlossen.
Die Sanierung selbst erfolgt in zwei Modulen:
- Modul A, Abstromsicherung und «Pump & Treat»: Dabei wird das belastete Grundwasser im Abstrom der Deponie abgepumpt und gereinigt, um vorhandene Schadstoffe im darunterliegenden Fels möglichst zu entfernen. Gleichzeitig sichert die gezielte Grundwasserentnahme den Abstrom der Deponie.
- Modul B, Teilaushub: Parallel zur Grundwasserbehandlung wird belastetes Material aus der Deponie ausgehoben, um sie dauerhaft zu sanieren.
Die beiden Module, die zeitweise parallel umgesetzt werden, verfolgen unterschiedliche Ziele. Die Grundwassersicherung und -behandlung beginnt vor dem Teilaushub und dient dazu, den darunterliegenden Fels zu reinigen. Sie trägt auch dazu bei, dass der Teilaushub sicher und umweltverträglich erfolgen kann.
Die Abstromsicherung gewährleistet, dass belastetes Grundwasser den Sanierungsperimeter nicht verlassen kann. Vor Beginn der Umsetzung der Sanierung werden Grundwasserbrunnen erstellt. Diese werden während der gesamten Dauer der Sanierung betrieben.
Die Grundwasserbehandlung «Pump & Treat» ist ein bewährtes Verfahren, das schon in vielen Sanierungsprojekten eingesetzt wurde. Dafür wird das Grundwasser mit Hilfe von Brunnen abgepumpt («pump»), in einem mehrstufigen Prozess behandelt («treat») und danach abgeführt. Das Ziel ist es, mit dieser Methode Schadstoffe aus dem darunter liegenden Fels zu entfernen.
Bei einem Teilaushub wird nur der Teil des Deponiematerials entfernt, der erheblich belastet ist und von dem entsprechend eine Gefährdung für die Umwelt ausgeht. Die auszuhebenden Zonen werden nach detaillierten technischen Untersuchungen verbindlich definiert. Der Aushub findet in geschlossenen Hallen statt.
Die Qualität des gereinigten Wassers wird engmaschig analysiert, bevor es abgeleitet wird. Die Resultate dieser Analysen werden dem Amt für Umweltschutz und Energie des Kantons Basel-Landschaft im Rahmen des Controllings eingereicht.
Das ausgehobene Material wird in einer geschützten Umgebung untersucht, nach Belastungskategorien triagiert und anschliessend gesetzeskonform entsorgt. Der grösste Teil kann in der Schweiz verwertet oder entsorgt werden. Stark belastetes Material wird ins Ausland gebracht und dort in speziellen Anlagen bei hoher Temperatur verbrannt.
Kosten und Finanzierung
Die Kosten der Sanierung wurden Stand 2023 auf rund 282 Millionen Franken geschätzt. Die Kostenungenauigkeit dieser Schätzung beträgt ± 30 %.
Die Sanierung wird von den Konsortialpartnern gemäss einem definierten Kostenschlüssel getragen. Da auf der Deponie Feldreben zu einem wesentlichen Teil Siedlungsabfälle eingelagert sind, subventioniert der Bund 40 % der anrechenbaren Sanierungskosten über den VASA-Fonds.
Mensch und Umwelt
Die Untersuchungen haben gezeigt, dass im direkten Abstrombereich des Grundwassers unterhalb der Deponie Schadstoffe in sanierungsrelevanten Konzentrationen zu finden sind.
Gemäss den Vorgaben des Altlastenrechts besteht keine besondere Dringlichkeit der Sanierung, da die von der Deponie ausgehende Grundwasserbelastung unter den gegebenen hydraulischen Randbedingungen keine Gefährdung von Trinkwasserfassungen darstellt.
Da im angrenzenden Hardwald mehr Wasser angereichert wird als für die Trinkwassergewinnung entnommen werden muss, entsteht dort ein Überschuss – ein sogenannter «Grundwasserberg». Dieser verhindert unter den gegebenen Randbedingungen wirksam ein Zuströmen von belastetem Grundwasser in die Trinkwasserfassung.
Bevor die eigentlichen Sanierungsarbeiten (Module A und B) starten, werden Brunnen erstellt, die das Grundwasser pumpen und einer mehrstufigen Reinigung zuführen. Diese Sicherungsbrunnen bleiben während der gesamten Sanierung in Betrieb.
Wir setzen auf geeignete Schutzmassnahmen, um die direkten Auswirkungen im Umfeld der Sanierungsarbeiten so gering wie möglich zu halten.
Die Massnahmen zur Reduktion der Immissionen sind Teil der 2025 begonnenen Detailplanung des Sanierungsvorhabens. Das Konzept zum Immissionsschutz wird behördlich geprüft und bewilligt und ist ein verbindlicher Bestandteil der Bewilligungen.
So werden beispielsweise alle Bereiche, aus denen Material ausgehoben wird, mit einer speziellen Halle überdacht. Diese Halle ist geschlossen und steht unter Unterdruck. Die Abluft aus der Halle wird über Aktivkohlefilter gereinigt. Auf der Baustelle werden zudem emmissionsarme Maschinen eingesetzt. Mit Lärm verbundene Arbeiten werden, wenn immer möglich, werktags durchgeführt.
Die Arbeitssicherheit ist ein zentraler Teil der Planung und Umsetzung des Sanierungsvorhabens. Massnahmen gegen Unfälle, Gesundheitsrisiken und Störfälle haben höchste Priorität.
Kommunikation und Dialoggruppe
Das Vorhaben findet in einem bebauten Wohn- und Gewerbegebiet statt. Das Konsortium Deponie Feldreben legt grossen Wert auf eine aktive und transparente Kommunikation, die den verschiedenen Informationsbedürfnissen Rechnung trägt. Geplant sind neben dieser Projektwebsite auch persönliche Kontakte, Informationsanlässe und schriftliche Informationen. Eine Dialoggruppe dient als Schnittstelle zwischen der Gesamtprojektleitung, Vertretungen von Organisationen, besonders interessierten Privatpersonen und den zuständigen Behörden.
Die Dialoggruppe verbindet die Gesamtprojektleitung, die interessierte Öffentlichkeit und die zuständigen Behörden miteinander. Sie wird von der Projektleitung getragen und dient als Plattform für den Austausch mit verschiedenen Teilnehmenden. So soll das gegenseitige Verständnis verbessert werden.
An der Dialoggruppe können Organisationen mit direktem Bezug zum oder Interesse für das Projekt sowie Privatpersonen teilnehmen. Um den Dialog kontinuierlich zu pflegen, aufzubauen und weiterzuentwickeln, wird erwartet, dass die Mitglieder der Dialoggruppe regelmässig an den Treffen teilnehmen und der Kreis der Teilnehmenden konstant bleibt.
Nach der Sanierung
Ein Nachsorge- respektive Überwachungskonzept legt fest, wie die Deponie nach der Sanierung kontrolliert wird. In der Nachsorgephase, d.h. nach Abschluss der aktiven Sanierungs- und Sicherungsmassnahmen, bleibt der Standort überwachungsbedürftig, bis nachgewiesen ist, dass die Sanierungsziele dauerhaft eingehalten sind. Spätestens in 50 Jahren muss der Standort so saniert sein, dass keine weiteren Sanierungsmassnahmen notwendig sind.
Die Nutzung der Flächen im Polyfeld Muttenz wurde im Masterplan von 2011 festgelegt. Die Parzelle, auf der sich die Deponie Feldreben befindet, untersteht einer Quartierplanpflicht. Die Bevölkerung wird von den zuständigen Stellen rechtzeitig über die Pläne informiert werden.
