Eine interessante Frage beschäftigte einige Teilnehmende an der ersten Informationsveranstaltung zur Sanierung der ehemaligen Deponie Feldreben: Warum werden nur Teilbereiche der ehemaligen Deponie ausgehoben und entsorgt? Warum werden nicht alle Abfälle komplett aus dem Boden entfernt?
«Die Wahl der Sanierungsmethode hängt immer davon ab, welche Ziele die Sanierung erreichen muss», erklärt Michael Fischer, Technischer Projektleiter und ausgewiesener Spezialist für Sanierungsprojekte. Im Fall der ehemaligen Deponie Feldreben muss die Sanierung vor allem eines erreichen: die Sicherstellung des dauerhaften Schutzes von Mensch, Grundwasser und Umwelt. Die konkreten Sanierungsziele wurden durch das Amt für Umweltschutz und Energie des Kantons Basel-Landschaft definiert. Diese Ziele muss die gewählte Sanierungsmethode zuverlässig und umweltgerecht erfüllen können.
Schutz ja, unnötiger Eingriff nein
Die Entscheidung für einen Teilaushub der Deponie Feldreben wurde auf Basis umfassender Untersuchungen getroffen und ist Teil der amtlichen Sanierungsverfügung. Ein leitender Grundsatz bei der Abwägung der Sanierungsmethode ist im Schweizer Umweltrecht verankert: der Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Er besagt, dass eine behördliche Massnahme nicht weiter gehen darf, als zur Erreichung eines Ziels notwendig ist.
«Ein Teilaushub vermeidet den Aushub von Bereichen, die gemäss den Sanierungszielen nicht entsorgt werden müssen», sagt Michael Fischer.
Warum mehr Aushub nicht automatisch besser ist
Ein kompletter Aushub der Deponie würde die Umwelt wesentlich stärker und länger belasten und deutlich mehr Kosten verursachen. Es müsste eine sehr grosse Menge Material abtransportiert und in geeigneten Deponien und Anlagen im In- und Ausland entsorgt werden. Das würde zusätzlichen Verkehr verursachen und eine Mehrbelastung für die Umwelt und die Anwohnerinnen und Anwohner bedeuten.
Michael Fischer: «Entscheidend ist: Ein vollständiger Aushub bringt in diesem Fall keinen zusätzlichen Nutzen, der diese Mehrbelastung rechtfertigt.»
Dort ausheben, wo die Gefährdung liegt
Der Teilaushub kommt insbesondere dann zur Anwendung, wenn bestimmte Teilbereiche stark belastet sind und nicht die gesamte Deponie. Auf der ehemaligen Deponie Feldreben wurden seinerzeit mehrheitlich Siedungsabfälle entsorgt. Der Anteil der eingelagerten Chemieabfälle wird auf rund ein bis zwei Prozent des Gesamtvolumens geschätzt.
«Der Untergrund wird genau dort gereinigt, wo die sanierungsbedürftigen Schadstoffpotenziale liegen», sagt Michael Fischer. Dies sei vergleichbar mit dem Flicken eines kaputten Zahnes: Man zieht nicht den ganzen Zahn, sondern bohrt die kranke Stelle aus und flickt sie.
Beim Teilaushub werden gezielt die Stellen ausgehoben, die stark belastet sind und darum eine Gefährdung darstellen. Welche Bereiche betroffen sind, wird im Voraus durch engmaschige Untersuchungen genau festgelegt.
Eine vollwertige Lösung
In Kombination mit der ebenfalls notwendigen Grundwassersanierung ist der Teilaushub der Deponie Feldreben eine vollwertige und nachhaltige Lösung. Es handelt sich um eine etablierte Sanierungsmethode, die bei vergleichbaren Deponien in der Schweiz bereits mehrfach mit Erfolg eingesetzt wurde.
